Tipps zur Sprachförderung.

Sie werden nicht zum Sprachtherapeuten Ihres Kindes, sondern Sie sind und bleiben die Eltern!

Deswegen sollte der Umgang weiterhin ganz natürlich sein, auch wenn Sie beim Spielen zukünftig vielleicht gewisse sprachliche Strategien nicht mehr einfach unbewusst, sondern ganz bewusst im Kopf haben und einsetzen.

Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor!

Wählen Sie sich zunächst nur eine Anregung aus, die Ihnen auf Anhieb zusagt und Ihnen für Ihr Kind sinnvoll erscheint. Probieren Sie aus, wie Ihr Kind im Spiel darauf reagiert. Haben Sie dabei Geduld und wenden Sie die Strategie ruhig über mehrere Tage bis Wochen an.

Nutzen Sie die Spielzeiten, die Sie ohnehin mit Ihrem Kind haben!

Wenden Sie die Strategien im Rahmen von Ritualen, z.B. beim Betrachten eines Bilderbuches, vor dem Einschlafen oder beim freien Spielen an. Wichtig ist, dass Ihr Kind und Sie selbst die freie Kommunikation mit Spaß und Freude genießen, denn mit Spaß und Freude lernen Kinder am besten.

Blickkontakt als Voraussetzung!

Begeben Sie sich auf Augenhöhe Ihres Kindes, wenn Sie ein Wort während des Blickkontaktes äußern, ist es für Ihr Kind am effektivsten. Die Voraussetzungen sind optimal, um das Wort bewusst zu hören, die Bedeutung wahrzunehmen und zusätzlich die Mund- und Lippenbewegungen zu registrieren.

Fokussierte Benennung/ Gemeinsame Aufmerksamkeit!

Verfolgen Sie den Blick Ihres Kindes, um zu sehen auf welchen Gegenstand es gerade seine Aufmerksamkeit richtet. Benennen Sie den Gegenstand genau dann, wenn Sie beide die Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand richten. Konzentrieren Sie sich in der Spielhandlung auf wenige ausgewählte Worte, die Sie fokussiert benennen wollen. Wiederholen Sie diese sehr häufig, damit sich Ihr Kind an den Klang des Wortes erinnern kann.

Sie können natürlich auch jederzeit in alltäglichen Situationen fokussiert benennen.

Zum Beispiel Ihr Kind entdeckt am Fenster eine Fliege. Sie sagen: „oooh, eine Fliege! Bssss macht die Fliege. Wo ist die Fliege jetzt? Da fliegt die Fliege! Die Fliege sitzt an der Tür! Jetzt ist die Fliege weg!“ Usw.

Führen Sie Gespräche mit Ihrem Kind!

Wenn Ihr Kind mit Gestik und Mimik kommuniziert können Sie diese „übersetzen“. Zum Beispiel indem Sie sagen: „Ah, ich soll die Brücke neben das Haus bauen!“ Sprechen Sie langsam und deutlich mit Ihrem Kind, aber nach wie vor natürlich. Passen Sie Ihre Äußerungslänge an die, Ihres Kindes an. Sagen Sie zum Beispiel: „Jetzt räumen wir auf. Wir wollen zur Oma fahren!“ statt „Jetzt müssen wir uns aber beeilen und schnell alles aufräumen, damit wir pünktlich bei Oma zum Mittagessen ankommen.“

Geben Sie ihrem Kind Zeit und halten Sie sich im passenden Moment zurück!

Versuchen Sie einen Moment abzuwarten und Ihrem Kind nicht sofort jeden Wunsch zu erfüllen. Schauen Sie Ihr Kind stattdessen erwartungsvoll oder fragend an. Vielleicht ist es in der Lage, ein entsprechendes Wort zu äußern. Sollte Ihr Kind nach einem kurzen Augenblick nichts sagen, sollten Sie natürlich reagieren, damit es nicht frustriert wird.

Fragen mit Interesse/ Natürliche Fragen!

Vermeiden Sie es, Ihrem Kind übermäßig viele Testfragen zu stellen (Was ist das? Wie heißt das? Welche Farbe ist das?) Stellen Sie stattdessen Fragen, die echtes Interesse an der Antwort voraussetzen z.B. „Was möchtest du trinken? Kakao oder Tee?“

Korrektives Feedback!

Wenn Ihr Kind schon einzelne Wörter und vielleicht schon Zweiwortsätze spricht, wird es die Wörter vermutlich noch nicht immer ganz richtig aussprechen. Z.B. wird es „Lume“ statt „Blume“ sagen oder „Saf“ statt „Schaf“. Wichtig ist, dass Ihr Kind trotz der Fehler die Sprechfreude behält. Verbessern Sie Ihr Kind deshalb nicht oder fordern es zur korrekten Aussprache auf, sondern zeigen Sie Ihrem Kind wie das Wort richtig ausgesprochen wird. Diese Methode nennt sich korrektives Feedback.

Zum Beispiel Ihr Kind sagt: „da, Saf.“ Sie sagen: „ Ja da ist ein Schaf! Das Schaf steht auf der Wiese.“